Karten für Arbeits- und Erwerbslose




Mit der Kreditkarte wird seit jeher auch immer eine Kreditwürdigkeit verbunden, die sich an der Höhe des dazugehörigen Kartenkredites orientiert. Die originäre, ursprüngliche Kreditkarte und der Kartenkredit waren immer und sind noch heute ein Junktim. Beides gehört zusammen, eins von beiden allein ist nicht möglich. Daraus ergab sich die für viele Antragsteller unerfreuliche bis enttäuschende Situation, dass ihr Kreditkartenantrag wegen mangelnder Bonität komplett abgelehnt wurde. Dass der Kartenkredit nicht möglich war, hatte als Automatismus zur Folge, auf die Kreditkarte verzichten zu müssen.

Bonität ist als Kreditwürdigkeit die Leistungsfähigkeit, einen Kredit vertragsgemäß zurückzuzahlen. Voraussetzung dafür ist ein dementsprechend hohes Arbeitseinkommen, das der Karteninhaber selbst generiert, in dem Sinne verdient. Die Betonung liegt auf dem Einkommen aus Arbeit. Andere Einkommensarten wie Transferleistungen, wie Kindergeld, Unterhaltszahlungen und dergleichen erhöhen zwar das Monatseinkommen; sie sind für den Kreditgeber jedoch kein Einkommen im Sinne einer Bonität. Darüber hinaus muss das Arbeitseinkommen deutlich höher als die Pfändungsfreigrenze sein. Der Kreditgeber geht bei seinem Kreditausfallrisiko von dem Worst Case aus. Das ist die Situation, den aktuellen Kreditsaldo rechtlich geltend zu machen, ihn gerichtlich einzutreiben. Das geht jedoch nur mit dem pfändungsfreien Anteil des Arbeitseinkommens.




Daraus ergibt sich, dass ohne Arbeitseinkommen überhaupt keine Kreditwürdigkeit gegeben ist. Der Kreditgeber kann auf kein pfändbares Einkommen zurückgreifen, weil

  • kein kreditwürdiges Arbeitseinkommen vorhanden ist
  • die Transferleistung vom Jobcenter die Pfändungsfreigrenze nicht oder nur geringfügig übersteigt

Wer arbeits- oder erwerbslos ist, der generiert kein eigenes Einkommen für den Lebensunterhalt. Wie man sagt, „greift in solchen Fällen das deutsche Sozialsystem“. Zu den Leistungen gehören Arbeitslosengeld I und II, Sozialhilfe, Grundsicherung sowie einige weitere Einkommensarten des Staates. Sie alle dienen zur Deckung des absolut notwendigen Lebensunterhaltes. Der wiederum übersteigt die Pfändungsfreigrenze nur geringfügig, wenn überhaupt. Vor diesem Gesamthintergrund hat der Arbeits- beziehungsweise Erwerbslose keine Chance auf einen seriösen Kredit oder eine Kreditkarte mit Kartenkredit.

Prepaid Kreditkarte – die Lösung bei Erwerbslosigkeit

Von der Einnahmesituation losgelöst muss die Ausgabesituation betrachtet und bewertet werden. Auch der Bürger ohne Arbeitseinkommen braucht für seine Ausgaben im Alltag eine Kreditkarte. Ohne sie sind viele Käufe nicht möglich, mit denen sich unterm Strich Geld sparen lässt. Hier geht es nicht um die Kreditwürdigkeit, sondern um den bargeld- respektive kontaktlosen Bezahlvorgang, oder um die Barverfügung am Geldautomaten. Dazu ist die Prepaid Kreditkarte das ideale, oftmals einzige Zahlungsmittel. Wie das englische Wort Prepaid ausdrückt, wird etwas im Voraus bezahlt. Das ist die Versorgung des Kartenkontos oder des Girokontos mit einem Kontoguthaben. Prepaid bedeutet in diesem Sinne, dass zuerst ein Guthaben vorhanden sein muss, über das anschließend mit der Kreditkarte verfügt werden kann. In diesem Falle ist das Kontoguthaben der Verfügungsrahmen für die Prepaid Kreditkarte, bei der Kreditkarte mit Kartenkredit ist es der Kreditrahmen. Die Auswirkung ist in beiden Fällen gleich. Ist der Verfügungsrahmen aufgebraucht respektive ausgeschöpft, wird die Kreditkarte automatisch unbrauchbar. Zahlungsaufträge werden solange nicht ausgeführt, bis der Verfügungsrahmen das wieder zulässt.




Die Prepaid Kreditkarte bedeutet für den Kartenanbieter null Risiko. Es gibt keinen Kredit und keine sonstige Verbindlichkeit, sondern nur die Prepaid Kreditkarte in virtueller oder in Plastikausführung. Karten- und Kontonutzung gehören zu denjenigen Dienstleistungen, die je nach Kartenanbieter kostenlos oder kostenpflichtig zur Verfügung gestellt werden. Das stellt jedoch kein Risiko dar, weil nur Geld ausgegeben werden kann, das vorher auf dem Karten-/Referenzkonto vorhanden ist. Die Prepaid Kreditkarte ist für keinen der Beteiligten ein finanzielles Risiko, sondern insgesamt eine Win-win-Situation. Vor diesem Hintergrund hat auch der Arbeits- und Erwerbslose auf jeden Fall beste Chancen, eine Prepaid Kreditkarte ausgestellt zu bekommen. Im Grunde genommen braucht er zu seiner persönlichen und wirtschaftlichen Situation nichts zu sagen, weil es den Kartenanbieter auch gar nicht näher interessiert. Die Kreditwürdigkeit wird nicht geprüft oder bewertet, weil es mangels Kredit nichts zu prüfen und zu bewerten gibt. Daher ist es auch nachrangig bis unerheblich, ob der Schufa-Score im grünen, im gelben oder im tiefroten Bereich ist. Die Schufa wird nicht abgefragt, und die Prepaid Kreditkarte wird auch nicht der Schufa gemeldet. In der Schufa steht auch nichts über die Arbeits- oder die Erwerbslosigkeit. In der Datenbank werden ausschließlich vertragliche Verbindlichkeiten, also Ausgaben erfasst, keinerlei Einnahmen.




Prepaid Kreditkarte vollfunktionsfähig und bestenfalls kostenlos

Im Alltag mit Bezahlen und Geldabheben besteht überhaupt kein Unterschied zwischen der Kreditkarte mit Kartenkredit und der Prepaid Kreditkarte. Wenn die Kreditkarte nicht vis-à-vis vorgelegt wird, ist für den Zahlungsempfänger auch nicht erkennbar, ob es sich beispielsweise um eine Debit-Karte handelt oder um eine mit Revolving-Kredit. Im Übrigen ist das auch solange egal, wie die Kreditkarte akzeptiert, wie es heißt die Zahlung durchgeht. Am Geldautomaten wird die Kreditkarte ohnehin in aller Regel vom Karteninhaber selbst benutzt.

Mitunter ist es auch eine Frage der persönlichen Sichtweise, ob eine Bezahlung auf Kredit, oder anders formuliert auf Pump geleistet wird, oder aber aus dem vorhandenen Ersparten. Dem Erwerbslosen ohne Arbeitseinkommen und ohne Vermögen stellen sich diese Fragen nicht. Er kann ohnehin nur das ausgeben, was er monatlich, wie es genannt wird, vom Amt bekommt. Doch im Onlinehandel geht es oftmals nicht ohne Kreditkarte; und dann ist ihm mit der Prepaid Karte geholfen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen:

  • dass auch Erwebslose auf jeden Fall fest mit einer Prepaid Kreditkarte rechnen können
  • Ohnehin jeder einen Rechtsanspruch auf ein Konto hat. Es ist ein Basiskonto auf Guthabenbasis mit allen gängigen Funktionen und Leistungen eines Onlinekontos
  • Viele Onlinebanken bieten als Package ein Dreierpaket auf Guthabenbasis an, bestehend aus Girokonto + Girokarte + Prepaid Kreditkarte
  • Ob es sich um ein kostenloses oder kostenpflichtiges Angebot handelt, lässt sich bei einem Onlinevergleich im Internet mit wenigen Mausklicks herausfinden
  • In Bezug auf die Benutzung einer Kreditkarte im Lebensalltag ist der Arbeitslose mit der Prepaid Kreditkarte dem Erwerbstätigen mit Karte + Kredit absolut gleichgestellt
  • Prepaid Kreditkarten werden nicht nur von Kreditinstituten, sondern auch von Providern, zu Deutsch von Anbietern oder Versorgern von Kreditkarten angeboten. Das sind weder Banken noch Sparkassen, sondern Firmen, die auf das reine Anbieten von Kreditkarten mit und ohne Kartenkredit fixiert sind
  • Kurz gesagt: eine Kreditkarte ist heutzutage kein Privileg mehr, sondern als Prepaid Kreditkarte ein Zahlungsmittel für jeden Bürger und Verbraucher, der ganz bewusst auf einen Kartenkredit verzichtet oder mangels Erwerbseinkommen auf ihn verzichten muss